1983 …

… in Siegen geboren, verschlug es mich und meine Familie Anfang der 1990er Jahre nach Brilon, in die waldreichste Stadt Deutschlands. Als Naturliebhaberin durch und durch hätte ich es kaum besser antreffen können. Seit ich denken kann bin ich überall als „die mit den Viechern“ bekannt. Neben all den Hunden, die ich von Nachbarn und Bekannten zum Gassi gehen „ausgeliehen“ habe, wird insbesondere mein über alles geliebter Parson-Russell-Mix Joschi unvergessen bleiben. Doch es blieb nicht bei Hunden: Ob verletztes Küken, „lästig“ gewordenes Haustier vom Goldhamster bis zur Großechse, ob verwaistes Katzenkind oder unterernährter Igel – im Laufe der Jahre landeten alle möglichen und unmöglichen Tiere bei mir. Mein Vater wurde mit der Zeit ein echter Profi in Sachen Volieren- und Terrarienbau. Überhaupt danke ich meinen Eltern auch heute noch für ihr Verständnis und ihre schier unendliche Geduld! Denn so viel Freude tierische Mitbewohner machen – sie bedeuten stets auch viel Arbeit und können manchmal an den Nerven zehren. Wie sehr, das lernte ich auf die harte Tour…

2010 …

… übernahm ich eine junge Border Collie Hündin. Ich hatte mich darauf eingestellt, einen nicht ganz einfachen Hund zu bekommen, da sie im vorigen Zuhause unter anderem wiederholt Kinder gebissen haben soll.  Doch was ich dann tatsächlich vorfand, ließ mich beinah verzweifeln. Ob fremder Hund oder Fahrrad, ob Gullideckel oder Garagentor – einfach alles versetzte sie in so große Furcht, dass es beinah unmöglich war, mit ihr das Haus zu verlassen. Fremde Menschen waren das „No-Go“ schlechthin. Zusätzlich litt Ronja, wie ich sie nannte, unter so heftiger Trennungsangst, dass sie die Wohnungseinrichtung binnen kürzester Zeit in Schutt und Asche legte. Selbst die Tapeten riss sie von den Wänden. Sie sprang auf Tische, zerfetzte das Sofa, an Stubenreinheit war nicht einmal zu denken und mit ihren „42 Argumenten“ machte ich mehr als nur einmal schmerzlich Bekanntschaft. Zwei unabhängig voneinander konsultierte Trainer rieten mir damals zur Abgabe. Einen derart traumatisierten Hund könne man „vergessen“.

Da lag nun also dieses kleine schwarz-weiße Bündel Hund neben mir im Körbchen und hatte sich dieses Leben ja auch nicht ausgesucht. Für mich war klar: „Challenge accepted“. Ich wälzte die Fachliteratur, fragte erfahrene Trainer um Rat und setzte alles so gut es ging um. Und siehe da: Wenn man weiß was man tut, dann tut sich was! Die Faszination Hund hatte mich endgültig gepackt und spätestens jetzt war klar, dass ich mit diesen Tieren arbeiten will. Wenn Ronja heute noch eine „Baustelle“ hat, dann die, dass sie vor lauter zum Leben erwachter Neugierde manchmal zu überschwänglich ist. Aber damit können wir sehr gut leben. Ich bin froh, dass sie eine so auffällige Zeichnung hat, denn sonst würde so mancher sicher glauben, ich hätte den Hund heimlich ausgetauscht. 😉

2012 …

… habe ich mich im Briloner Tierheim dann in Brutus verliebt. Der gebürtige Spanier macht diesem Namen schon allein optisch alle Ehre und ist auch sonst eher verhaltensoriginell. „Hugo“, wie er heute heißt, ist ein weicher Kern in einer verdammt rauen Schale, der mir, genau wie Ronja, viel über Training, aber eben auch über dessen Grenzen beigebracht hat. Hugo ist von der Sorte Hund, die ich als „charakterbildend“ bezeichne – verliert man die Nerven, hat man verloren. Was mich vor einigen Jahren vielleicht noch aufgeregt hätte, lässt mich heute oft nur noch müde lächeln. Und zwar in allen Lebenslagen. Gerade schwierige Hunde sind unsere besten Lehrmeister und Spiegel – vorausgesetzt, man lässt sich auf sie ein. Daher sei unbesorgt: Ganz gleich ob du „Lassie“ oder „Cujo“ an der Leine hast: Bei mir sind alle Hunde herzlich willkommen!