Philosophie

Wir verlangen viel von unseren Hunden. Sie sollen ruhig sein, wenn Besuch vor der Tür steht, aber anschlagen, wenn es ein Einbrecher ist. Sie sollen den Garten bewachen, aber den Briefträger unbehelligt hindurchgehen lassen. Sie sollen zu jedem Menschen freundlich sein, aber uns beschützen, wenn uns jemand Böses will. Wir bewundern ihren Geruchssinn, aber sie sollen nicht ständig und überall schnüffeln. Sie sollen dem Ball nachjagen, aber Nachbars Katze selbstverständlich nicht. Und sie sollen natürlich immer Lust haben etwas mit uns zu unternehmen, es sei denn, wir haben keine Lust…
Und dann sind es zu allem Überfluss auch noch ganz hundetypische Verhaltensweisen, die uns Menschen regelmäßig auf die Palme bringen: Löcher buddeln, jagen, bellen, in (für uns) ekligen Sachen wälzen und tote Mäuse fressen. All das tun Hunde gerne. All das macht Hunde aus. Und all das stört uns Menschen oft sehr. Ob eine Katze manchmal vielleicht die bessere Wahl gewesen wäre? 😉
Zum Glück ist es fast immer möglich, einen Kompromiss zu finden, mit dem beide Seiten glücklich werden – fair und freundlich! Training, das vorwiegend auf positiver Verstärkung beruht, macht Hund und Halter nicht nur viel mehr Spaß als veraltete Starkzwangmethoden, es ist auch ungeheuer effektiv. Es „zwingt“ dich außerdem, deinen Fokus auf richtiges Verhalten deines Hundes zu legen, anstatt nach Fehlern zu suchen. Schon allein dadurch verbessert sich die Mensch-Hund-Beziehung oft deutlich.
Du willst deinen Hund aber nicht nur mit Leckerchen erziehen? Ich auch nicht. Die Werkzeugkiste der positiven Verstärkung beinhaltet sehr viel mehr als nur die Futterbelohnung.
Dank intensiver kynologischer Forschung (Kynologie = die Lehre von Rassen, Erziehung, Pflege, Zucht, Krankheiten und Verhalten des Hundes), wissen wir heute so viel mehr über unsere Vierbeiner als noch vor 10 oder gar 20 Jahren und wir lernen ständig dazu. Viele alte Annahmen mussten wir komplett über Bord werfen. Die Zeit für veraltete Rudelführertheorien und Kasernenton auf dem Hundeplatz ist damit glücklicherweise abgelaufen.
Das Wohlergehen deines Hundes hat für mich immer oberste Priorität. Nicht „Kadavergehorsam“, sondern ein von gegenseitigem Verständnis geprägtes Miteinander ist der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung und ein respektvoller Umgang bereichert das Leben von Mensch und Hund gleichermaßen.